Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden
"Wenn wir Menschen mit schweren Behinderungen sehen, erschrecken wir fast instinktiv und weichen aus.
Wir versuchen, uns schnellstmöglich an ihnen vorbeizudrücken.
Manch einer denkt: Besser, sie wären nie geboren!
Was wäre den Eltern und der Gesellschaft alles erspart geblieben!
Die Abneigung gegen körperlich oder geistig behinderte Menschen ist tief in die Evolution des Lebendigen eingeschrieben, sie sitzt uns in den Knochen,.
Gerade in unserer Gesellschaft sehen wir fast nur noch Gesundheit und Vitalität, stärke und Leistung.
Niemandem ist ein Vorwurf daraus zu machen, dass er verunsichert ist und abwehrend reagiert, wenn er behinderten Menschen begegnet.
Aber das ist keine Entschuldigung, sondern ein Auftrag:
Wir haben lebenslang daran zu arbeiten, sie in Freiheit und Liebe zu würdigen wie jeden anderen Menschen."
[ Franz Kamphaus ]
Was bedeutet Behinderung?
"Von Behinderung im heilpädagogischen oder heilerzieherischen Sinn spricht man, wenn bei einem Menschen ein gesundheitlicher Schaden zu funktionellen Einschränkungen führt und diese Einschränkungen soziale Beeinträchtigungen zur Folge haben.
Also körperliche, geistige oder seelische Veränderungen, die nicht vorübergehend sind.
Dabei ist es nicht von Belang, ob die Behinderung auf Krankheit oder Unfall beruht oder ob sie angeboren ist.
Behinderung ist in jedem Fall ein wertender Begriff.
Bestimmte Funktions- und Verhaltensweisen einer Person werden als mangelhaft und nicht den Erwartungen entsprechend eingestuft.
Im Weiteren werden dann besondere, nicht allgemein übliche Maßnahmen und Vorkehrungen als notwendig erachtet, um die Behinderung in Grenzen zu halten."
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